01/07/2020

Management von Währungsmarktrisiken in ungewissen Zeiten


Über einen Mangel an nie zuvor dagewesenen Ereignissen können wir uns im Jahr 2020 definitiv nicht beklagen. Vergessen ist das politische Gezerre, das 2019 prägte und schließlich zum Erdrutschsieg von Boris Johnson führte -– an Parlamentswahlen hat es in jüngster Zeit ja wirklich nicht gefehlt. Dieses Jahr haben das Vereinigte Königreich – und die ganze Welt – durch zwei einmalige Ereignisse eine wahre Feuertaufe erlebt: Der Brexit, der sich nun schon eine geraume Zeit am Horizont abgezeichnet hatte, und die Corona-Pandemie, die innerhalb weniger Wochen das gesamte Gesundheitssystem zum Einsturz zu bringen drohte.

Wie sich das britische Pfund in diesem Jahr fühlen muss, verdeutlicht am besten der Spruch „Vom Regen in die Traufe“. Der Brexit war kaum finalisiert, da breitete sich das Coronavirus auf der ganzen Welt aus und bewirkte eine Devisenmarktvolatilität, die selbst die Finanzkrise von 2008 nicht gekannt hat.

Brexit

Am 31. Januar diesen Jahres hat Großbritannien den Austritt aus der EU vollzogen und war damit das erste Land, das die politische und wirtschaftliche Unionsmitgliedschaft aufgibt. Dieser Tag war jedoch weder der Beginn der Brexit-Saga noch deren Ende.

Die politische und wirtschaftliche Ungewissheit nach der Entscheidung Großbritanniens, die Gemeinschaft zu verlassen, hatte sich seit dem Referendum 2016 kaum verringert. Durch die ständige Verschiebung des Scheidungstags befand sich das britische Pfund über längere Zeit auf Talfahrt.

Wo wir gerade bei Daten und Fristen sind: Als der Brexit im Januar diesen Jahres endlich offiziell vollzogen war, ging das Vereinigte Königreich sofort eine elfmonatige Übergangsfrist ein, die bis zum 31. Dezember reichen soll. Erst dann müssen sich die britische Regierung und EU-Beamte auf künftige Beziehungen in zentralen Themen wie dem Handel einigen.

Bis vor dem 1. Juli kann die Regierung sogar noch eine Verlängerung dieser Frist beantragen. Sie hat jedoch wiederholt ihre Absicht bekräftigt, den Job bis Ende des Jahres zu erledigen. Ein gewagter Schritt, mit dem die EU vermutlich dazu gebracht werden soll, innerhalb der Übergangsphase ein umfassendes Freihandelsabkommen zu schließen – ein weiterer politischer Spießrutenlauf für das Pfund ist nicht auszuschließen.

Die wichtigsten ausstehenden Ereignisse der momentanen Übergangsphase:

  • Juni: EU-GB-Gipfel, um zu entscheiden, ob sich bis Ende 2020 beide Seiten auf neue Handelsbeziehungen einigen können.
  • 26. November: Letzte Chance für die EU, ein Abkommen zu unterzeichnen, falls die Übergangsphase 2020 endet.
  • 31. Dezember: Ende der Übergangsphase

Coronavirus

Die drakonischen Maßnahmen zur Eindämmung einer rasanten Ausbreitung des Coronavirus – darunter Reisebeschränkungen und Ausgangssperren – haben die Wirtschaft zum Erliegen gebracht, die Arbeitslosigkeit vergrößert und viele Länder an den Rand einer Rezession geführt. Die Folgen dieses plötzlichen Schocks waren eine nie zuvor erlebte Verschiebung der Devisenmärkte, aber auch ein überwältigender Rettungsanker an finanziellen Notfallmaßnahmen von Regierungen und Zentralbanken weltweit, um der Wirtschaft zu helfen, die Dürreperiode zu überstehen.

Nach den kommenden Gesprächen der Zentralbanken werden weitere fiskalische Maßnahmen für das Vereinigte Königreich, die USA und die Eurozone bekanntgegeben:

  • Bank of England – 18. Juni
  • US-Notenbank – 1. Juli
  • Europäische Zentralbank – 4. Juni

Management von Währungsmarktrisiken

International operierende Unternehmen, die Auslandsüberweisungen tätigen, leiden unter den Kosten von Wechselkursschwankungen. Wer hier nicht aufpasst und das Devisenmarktrisiko vernachlässigt, muss die Kosten seiner Auslandsüberweisungen und einen unnötigen Druck auf seine Margen und Preise in Kauf nehmen. Entscheidungsträger in Konzernen, kleinen und mittelständischen Unternehmen müssen ab sofort und auf lange Sicht Vorsorge in Hinblick auf alle durch den Brexit und die Coronakrise ans Tageslicht getretenen Risiken treffen.

Für unvorhergesehene Wechselkursschwankungen gibt es keine 08/15-Lösung, die Ihr Unternehmen vor einer angeknacksten Finanzlage bewahrt. Ein guter Währungsspezialist kann Ihnen ein maßgeschneidertes FX-Kurssicherungsgeschäft erstellen, das ganz auf Ihre Markterwartung und Risikobereitschaft zugeschnitten ist. Die Sicherungsstrategie muss geeignete Währungsprodukte kombinieren, mit denen sich die Kosten Ihrer internationalen Zahlungen durch eine Senkung des Währungsrisikos managen lassen.

  • Forward-Kontrakt/Termingeschäft: Mit dieser Option können Sie den aktuellen Marktpreis einfrieren und damit den Preis für Ihre internationalen Zahlungen für bis zu zwei Jahre festlegen.
  • Limit-Auftrag: Mit dieser Option können Sie einen gewünschten Wechselkurs festlegen und nutzen, sobald dieser am Markt verfügbar ist.
  • Stop-Loss-Auftrag: Damit bestimmen Sie einen Mindestwechselkurs unterhalb der aktuellen Notierung, zu dem Ihre Zahlung ausgeführt werden soll. Sobald der Kurs auf dieses Niveau abfällt, wird die Transaktion automatisch ausgeführt und Sie vermeiden eine weitere Wertminderung.

Beim Kombinationsorder-Typ One-Cancels-the-Other-Auftrag (OCO), einem gängigen FX-Kurssicherungsgeschäft, geben international agierende Unternehmen gleichzeitig zwei verschiedene Aufträge auf, wobei allerdings maximal nur einer von beiden tatsächlich ausgeführt wird. Ist das der Fall, wird die zweite Order automatisch wieder gestrichen. Beispielsweise kann ein Unternehmen einen maximalen und einen minimalen Stop-Loss-Auftrag festlegen, zu denen ein bestimmter Währungsbetrag verkauft werden soll. Trifft eine der Situationen zu, wird der zweite Auftrag storniert und der Handel auf der eingetragenen Ebene ausgeführt.

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